Bergenhusen


dänisch: Bergenhusen

 

Die Gemeinde DE-24861 Bergenhusen liegt im Amt Kropp-Stapelholm, Kreis Schleswig-Flensburg.

 

Lage: 54°22'28.90"N, 9°19'07.30"E (Kirchturm), Karte:

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Familienforschung

Kirchenbücher (i.d.R. nur vor 1876): Bergenhusen ist eine eigenständige Kirchengemeinde und gehört heute innerhalb der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche zum Kirchenkreis Schleswig-Flensburg (vor der Kirchenkreisfusion Kirchenkreis Schleswig). Das zuständige Kirchenbuchamt ist das Bereichsarchiv Schleswig - Kirchenbuchamt - in Kappeln/Schlei. Nähere Informationen zur Einsichtnahme der Kirchenbücher: extern> http://www.kirche-in-bergenhusen.de/kirche/kirchenbuch/index.html; Bild nicht geladen English version.
Näheres hierzu und zu standesamtlichen Urkunden (ab 01.01.1876) siehe Erläuterungen, Quellen, Verweise.

Es soll eine Ortschronik geben (Quelle: extern> Deutsche Genealogie: Schleswig-Holstein, Stand 1992).

 

Aus der Ortsgeschichte

Nennungen: Laur 1): 1304 de Beveringhusen, 1554 Beringhusen, 1599 Bergenhusen; Jensen 2): "Bergenhusen (vor Alters Beveringhusen)"; Lesser 3): "Bergenhusen (vormals Beveringhusen)"; Sach 4): 1304, 1463, 1523 Beveringhusen, 1517, 1542 Beringhusen, 1651 Bargenhusen, 1777, 1800 Bergenhusum.

 

Nach Laur 1) setzt sich der Ortsname aus dem Personennamen Bewer und -husen = Haus/Häuser zusammen. Das Patronymsuffix -ing bezeichnet allgemein jemandes Leute oder Sippe. Beveringhusen wäre demnach der Ort, an dem Bewers Leute hausen.

 

1712 wurde der ältere, baufällig gewordene Kirchenbau durch die heutige barocke Saalkirche ersetzt. Sie wurde mit Hilfe einer durch die Stadt Hamburg ausgerichteten Lotterie finanziert. Im Ort steht ferner das Pastorat von 1735.

 

Zur Kirchengeschichte der Jahre 1751 und 1756 siehe auch Erfde.

 

Kirche zu Bergen- husen, errichtet und geweiht 1712, Altar (vermutlich 1712), Opferstock (1714), spätgoti- sche Taufe aus blauem Marmor (15. Jh., Import aus Namur). Alte Grabsteine auf dem Friedhof tragen die Namen Odenfei † 1597 und Ick † 1642. 5) Fotos vom 26.05.2006.

 

Jensen 2) nennt das in der Propstei Hütten liegende Bergenhusen ein anmutig an einem Gehölz gelegenes, ansehnliches Dorf. Zur Wirtschaft des Ortes gibt er 46 volle und zwei halbe Staven, 10 Katen, 12 Freistellen sowie einen Freihof (Frahmenhof) an, zählt (1835) 513 Einwohner und erwähnt die Distriktschule des Cantors mit 110 Kindern in 2 Klassen. 1609, bei der Erhebung durch den herzoglichen Hofrat Broder Boysen für Herzog Johann Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf, wurden in Bergenhusen 45 Hufner und 6 Kätner gezählt.

 

Lesser 3) führt aus, dass das administrativ der Landschaft Stapelholm zugehörige Kirchdorf von Fischern erbaut worden sein soll, als die Sorge noch schiffbar war. Zur Wirtschaft erwähnt er über die Angaben Jensens hinaus noch eine Windmühle und zählt insgesamt 74 Häuser. Zum Kirchspiel rechnet er den Börmerkoog (von 26 Wohnstellen 2 zu Bergenhusen, 24 zu Hollingstedt; 1633 eingedeicht), Johannisberg, Kleinensee (Lütgensee), Meggerdorf, hier Distriktschule (siehe Meggerkoog), Meggerkoog, hier Distrikt- und Nebenschule, mit 'auf der Umleitung', Westerbünge (Bünge), Wohlde (de Wohld), hier eine Distriktschule und drei Wirtshäuser, sowie die Siedlungen Holzkathen am Weg von Norderstapel nach Wohlde, Moorschlipp und Tiesburg mit zusammen 283 Häusern und 2024 Personen. Schließlich erwähnt er eine, nördlich von Bergenhusen liegende, ansehnliche königliche Hölzung.

 

Am 01.12.1910 hatte Bergenhusen 844 Einwohner.

 

Verwechslungsmöglichkeiten, Orte gleichen oder ähnlichen Namens

Ein gewisses Fehlerpotenzial besteht bei aus alten Urkunden übernommenen, 'aus dem Zusammenhang gerissenen' Ortsnamen, die falsch interpretiert werden ('Haus, Siedlungsstelle am Berg') und die seit der Vergangenheit womöglich sogar einem sprachlichen Wandel unterworfen waren, etwa vom altsächsischen und altfriesischen Berg zum neuniederdeutschen Barch/Barg und evtl. weiter zu Berg (s.u.).

 

Internetrecherche: Verwechslungsmöglichkeiten gibt es eigentlich, auch mit dänischen Ortsnamen, nicht. Große Ähnlichkeiten haben

zwei Ortschaften namens Bergenhausen in Rheinland-Pfalz, Deutschland und

eine Ortschaft namens Bergenhuizen in Niederländisch-Limburg, Niederlande.

 

Ortsverzeichnisse, Schleswig-Holstein: Die bei Laur 1) aufgelisteten Orte, deren Namen mit Barg- und Berg- beginnen, haben keinen Bezug zu Bergenhusen. Jensen 2, hier aber Band 2) erwähnt, dass DE-25842 Bargum "vormals" Bergen geheißen habe. Lesser 3) stellt zu DE-24803 Erfde-Bargen gleichbedeutend die Schreibweise Bergen. Weiter listet er einige Siedlungsstellen namens Berg sowie die Siedlungsstellen Berghaus, Berghof, Bergholz, Berghuus und Berg-Ziegelei auf, die allesamt keinen Bezug zu Bergenhusen haben. Sachs 4) Bergenhusum = Bergenhusen darf natürlich nicht mit DE-25813 Husum oder einem anderen Husum verwechselt werden. Auch bei von Schröder 6) finden sich Ortsnamen, die mit Barg- und Berg- beginnen, darunter DE-25704 "Bargenstedt (Bergenstedt)".

 

Quellen und Literatur

1) Wolfgang Laur, Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. Gottorfer Schriften VIII der Arbeitsgemeinschaft für Landes- und Volkstumsforschung Schleswig, Schleswig 1967

2) Hans Nicolai Andreas Jensen, Versuch einer kirchlichen Statistik des Herzogthums Schleswig, Band 3, Flensburg 1841

3) Wilhelm Lesser, Topographie des Herzogthums Schleswig, Band 1, Kiel 1853

4) August Sach, Das Herzogtum Schleswig in seiner ethnographischen und nationalen Entwicklung, III. Abteilung, Halle a.S. 1907.

5) Kunst-Topographie Schleswig-Holstein, 1982

6) Johannes von Schröder, Topographie des Herzogthums Holstein, des Fürstenthums Lübek und der freien und Hanse-Städte Hamburg und Lübek, Oldenburg (in Holstein), Band 1, 1841